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Diese Website stellt Informationen über österreichische Unternehmen bereit. Es handelt sich um einen Informationsdienst, der auf offiziellen amtlichen Daten des Firmenbuchs des österreichischen Justizministeriums basiert.

Datenquelle: data.gv.at (CC-BY 4.0)

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Glossar

Firmenbuch-Begriffe, Bilanzpositionen, Finanzkennzahlen und KPIs aus dem Jahresabschluss

Firmenbuchnummer (FNR)

FNR

Die eindeutige Identifikationsnummer eines Unternehmens im österreichischen Firmenbuch. Sie besteht aus Zahlen und einem Buchstaben (z.B. 123456a) und wird vom zuständigen Firmenbuchgericht vergeben.

UID-Nummer

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer für Unternehmen in der EU. In Österreich beginnt sie mit ATU gefolgt von 8 Ziffern. Sie dient der Identifikation bei grenzüberschreitenden Geschäftsvorgängen und Rechnungsstellung.

Geschäftsführer

Der gesetzliche Vertreter einer GmbH. Er vertritt die Gesellschaft nach außen und führt die Geschäfte. Die Vertretungsbefugnis (allein oder gemeinsam) ist im Firmenbuch eingetragen.

Vorstand

Das Leitungsorgan einer Aktiengesellschaft (AG). Der Vorstand vertritt die AG nach außen und führt die Geschäfte. Bei größeren AGs besteht der Vorstand aus mehreren Mitgliedern.

Prokurist

Ein Bevollmächtigter mit umfassender Vertretungsmacht für die Gesellschaft. Die Prokura berechtigt zu allen Arten von Geschäften, die der Betrieb eines Handelsgewerbes mit sich bringt. Die Prokura wird im Firmenbuch eingetragen.

Komplementär

Bei einer Kommanditgesellschaft (KG) der Gesellschafter, der unbeschränkt mit seinem Privatvermögen haftet. Er führt in der Regel die Geschäfte der KG.

Kommanditist

Bei einer Kommanditgesellschaft (KG) der Gesellschafter, der nur mit seiner Einlage haftet. Er ist von der Geschäftsführung ausgeschlossen.

Jahresabschluss

Die jährliche Rechnungslegung eines Unternehmens, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang. Bestimmte Unternehmen müssen den Jahresabschluss im Firmenbuch offenlegen.

Bilanz

Eine Aufstellung von Vermögen (Aktiva) und Schulden (Passiva) eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag. Sie ist Teil des Jahresabschlusses.

Rechtsform

Die rechtliche Struktur eines Unternehmens, z.B. GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), AG (Aktiengesellschaft), OG (Offene Gesellschaft), KG (Kommanditgesellschaft) oder Einzelunternehmen.

Geschäftszweck

Die Beschreibung der Tätigkeit, der das Unternehmen nachgeht. Der Geschäftszweck wird bei der Gründung festgelegt und im Firmenbuch eingetragen.

Sitz

Der eingetragene Unternehmenssitz (Ort), der im Firmenbuch vermerkt ist. Der Sitz bestimmt unter anderem das zuständige Firmenbuchgericht.

Firmenbuchgericht

Das österreichische Gericht, das das Firmenbuch für einen bestimmten Bezirk führt. Typischerweise ist das Landesgericht für den jeweiligen Gerichtsbezirk zuständig.

Liquidation

Die Abwicklung eines aufgelösten Unternehmens. Ein Liquidator wird bestellt, der die Geschäfte abwickelt, Verbindlichkeiten begleicht und das verbleibende Vermögen an die Gesellschafter verteilt.

Aktiva

Vermögen

Die linke Seite der Bilanz. Zeigt die Vermögensseite: wie das Unternehmen sein Kapital angelegt hat. Unterteilt in Anlagevermögen und Umlaufvermögen. Die Summe der Aktiva entspricht der Bilanzsumme.

Passiva

Kapital

Die rechte Seite der Bilanz. Zeigt die Kapitalseite: woher das Kapital stammt (Eigenkapital, Rückstellungen, Verbindlichkeiten). Die Summe der Passiva muss der Summe der Aktiva entsprechen.

Bilanzsumme

Gesamtvermögen, Gesamtkapital

Die Gesamtsumme der Aktiva bzw. Passiva einer Bilanz. Sie entspricht dem Gesamtvermögen bzw. Gesamtkapital des Unternehmens zum Bilanzstichtag.

Stichtag

Der Tag, auf den die Bilanz aufgestellt wird. In Österreich typischerweise der 31. Dezember (Kalenderjahr) oder ein anderer Geschäftsjahresabschluss.

Gewinn- und Verlustrechnung

GuV

Teil des Jahresabschlusses, der Aufwendungen und Erträge einer Periode gegenüberstellt. Zeigt das Ergebnis (Gewinn oder Verlust) des Geschäftsjahres.

Anhang

Ergänzender Teil des Jahresabschlusses mit Erläuterungen zu Bilanz und GuV. Enthält u.a. Bewertungsmethoden, Angaben zu Verbindlichkeiten und sonstige Pflichtangaben.

Anlagevermögen

Vermögensgegenstände, die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen: immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen (Gebäude, Maschinen) und Finanzanlagen. Im Gegensatz zum Umlaufvermögen nicht für den kurzfristigen Verkauf bestimmt.

Umlaufvermögen

Vermögensgegenstände, die kurzfristig umgesetzt werden: Vorräte, Forderungen, Wertpapiere und liquide Mittel. Wichtig für die Beurteilung der Liquidität.

Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse, fertige Erzeugnisse und Waren. Werden im Umlaufvermögen ausgewiesen und dienen der laufenden Produktion bzw. dem Verkauf.

Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Geldforderungen des Unternehmens aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen. Typischerweise kurzfristig fällig. Wichtig für Liquiditätskennzahlen.

Liquide Mittel

Barmittel, Kassenbestand

Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten. Die unmittelbar verfügbaren Zahlungsmittel. Basis für die Cash Ratio und Liquidität 1. Grades.

Finanzanlagen

Langfristig gehaltene Beteiligungen, Wertpapiere und Ausleihungen. Teil des Anlagevermögens. Dienen der langfristigen Kapitalanlage.

Rechnungsabgrenzungsposten

RAP

Korrekturposten am Periodenende für Aufwendungen und Erträge, die wirtschaftlich einer anderen Periode zuzurechnen sind. Erscheinen in Aktiva und Passiva.

Eigenkapital

Das von den Gesellschaftern eingebrachte und erwirtschaftete Kapital. Umfasst gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen und Bilanzgewinn. Grundlage für Eigenkapitalquote und ROE.

Gezeichnetes Kapital

Der von den Gesellschaftern übernommene und eingezahlte Kapitalanteil. Bei GmbH: Stammkapital; bei AG: Grundkapital. Mindestbetrag gesetzlich vorgeschrieben.

Stammkapital

Das gezeichnete Kapital einer GmbH. Mindesthöhe in Österreich: € 35.000. Wird bei der Gründung festgelegt und im Firmenbuch eingetragen.

Rücklagen

Einbehaltener Gewinn, der nicht ausgeschüttet wird. Kapitalrücklagen (z.B. aus Agio), Gewinnrücklagen und gesetzliche Rücklagen. Stärken die Eigenkapitalbasis.

Bilanzgewinn

Der nach Verwendung der Gewinnrücklagen verbleibende Gewinn. Kann ausgeschüttet oder in Rücklagen eingestellt werden. Wird in der GuV ermittelt.

Rückstellungen

Verbindlichkeiten ungewisser Höhe oder ungewissen Fälligkeitsdatums: Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen, Prozessrückstellungen etc. Gehören zum Fremdkapital.

Verbindlichkeiten

Fremdkapital

Schulden des Unternehmens gegenüber Dritten: Lieferantenverbindlichkeiten, Kredite, Darlehen. Unterteilt in langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten.

Kurzfristige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten mit Restlaufzeit unter einem Jahr. Wichtig für Liquiditätskennzahlen (Current Ratio, Quick Ratio, Cash Ratio).

Langfristige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten mit Restlaufzeit über einem Jahr. Typischerweise Darlehen und Anleihen. Relevant für Anlagendeckung II.

Liquidität 1. Grades

Cash Ratio (wenn in %)

Liquide Mittel geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten. Zeigt, ob das Unternehmen kurzfristige Verbindlichkeiten sofort aus Barmitteln begleichen kann. Strengste Liquiditätskennzahl.

Liquidität 2. Grades

(Liquide Mittel + Forderungen) geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten. Berücksichtigt neben Bargeld auch kurzfristig einlösbare Forderungen. Auch: Acid Test.

Liquidität 3. Grades

Umlaufvermögen geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten. Entspricht dem Current Ratio. Zeigt, ob kurzfristige Verbindlichkeiten durch kurzfristig realisierbares Vermögen gedeckt sind.

Cash Ratio

Liquide Mittel geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten (oft in %). Misst die Fähigkeit, kurzfristige Schulden ohne Verkauf von Vorräten oder Forderungen zu bedienen.

Current Ratio

Liquidität 3. Grades

Umlaufvermögen geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten. Entspricht Liquidität 3. Grades. Ein Wert über 1 (bzw. 100 %) gilt als solide; zu hohe Werte können auf ineffiziente Kapitalnutzung hindeuten.

Quick Ratio

Acid Test

(Umlaufvermögen – Vorräte) geteilt durch kurzfristige Verbindlichkeiten. Ähnlich Liquidität 2. Grades; schließt Vorräte aus, die schwerer zu liquidieren sind.

Working Capital

Nettoumlaufvermögen

Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten. Zeigt das für den laufenden Betrieb verfügbare Kapital. Positives Working Capital deutet auf solide Liquidität hin.

Eigenkapitalquote

EK-Quote

Eigenkapital geteilt durch Gesamtkapital (Bilanzsumme), oft in %. Misst den Anteil des Eigenkapitals an der Finanzierung. Höhere Werte bedeuten geringere Abhängigkeit von Fremdkapital.

Fremdkapitalquote

Fremdkapital (Verbindlichkeiten + Rückstellungen) geteilt durch Gesamtkapital, oft in %. Ergänzt die Eigenkapitalquote; beide addieren sich zu 100 %.

Verschuldungsgrad

Debt/Equity Ratio

Fremdkapital geteilt durch Eigenkapital, oft in %. Zeigt das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital. Hohe Werte bedeuten höhere Finanzierungsrisiken.

Kapitalstrukturkennzahl

Eigenkapital geteilt durch Verbindlichkeiten. Kehrwert des Verschuldungsgrads. Werte über 1 bedeuten, dass mehr Eigen- als Fremdkapital vorhanden ist.

Leverage

Gesamtkapital geteilt durch Eigenkapital. Zeigt, wie stark das Unternehmen mit Fremdkapital gehebelt ist. Höhere Werte bedeuten höhere Hebelwirkung und Risiko.

Anlagendeckung I

Eigenkapital geteilt durch Anlagevermögen, oft in %. Zeigt, zu welchem Anteil das Anlagevermögen durch Eigenkapital finanziert ist. Goldene Bilanzregel: mind. 100 %.

Anlagendeckung II

(Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) geteilt durch Anlagevermögen, oft in %. Erweiterte goldene Bilanzregel: langfristiges Vermögen soll durch langfristiges Kapital gedeckt sein.

Anlagendeckungsgrad C

(Eigenkapital + Rückstellungen) geteilt durch Anlagevermögen, oft in %. Berücksichtigt Rückstellungen als quasi-eigenkapitalähnliche Mittel.

Finanzierungsgrad I

Eigenkapital geteilt durch Anlagevermögen, oft in %. Entspricht konzeptionell der Anlagendeckung I.

Finanzierungsgrad II

Fremdkapital geteilt durch Anlagevermögen, oft in %. Zeigt den Anteil des Anlagevermögens, der durch Fremdkapital finanziert ist.

Anlagenintensität

Anlagevermögen geteilt durch Gesamtvermögen, oft in %. Zeigt den Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme. Hohe Werte typisch für produzierende Unternehmen.

Umlaufintensität

Umlaufvermögen geteilt durch Gesamtvermögen, oft in %. Zeigt den Anteil des Umlaufvermögens. Hohe Werte typisch für Handel und Dienstleister.

Forderungsquote

Forderungen geteilt durch Gesamtvermögen, oft in %. Misst den Anteil der Forderungen am Vermögen. Hohe Werte können auf längere Zahlungsziele hindeuten.

Rückstellungsquote

Rückstellungen geteilt durch Gesamtkapital, oft in %. Zeigt den Anteil der Rückstellungen an der Finanzierung.

Wertpapierquote

Wertpapiere und Anteile geteilt durch Gesamtvermögen, oft in %. Misst den Anteil des in Wertpapieren gebundenen Vermögens.

Finanzierungsintensität

Verbindlichkeiten geteilt durch Gesamtvermögen, oft in %. Zeigt, wie stark das Vermögen durch Fremdkapital finanziert ist.

Eigenkapitalintensität

Eigenkapital geteilt durch Gesamtvermögen, oft in %. Entspricht der Eigenkapitalquote.

ROA

Return on Assets

Return on Assets: Jahresüberschuss geteilt durch Gesamtvermögen, oft in %. Misst die Rentabilität des eingesetzten Gesamtkapitals. Zeigt, wie effizient das Vermögen genutzt wird.

ROE

Return on Equity, Eigenkapitalrentabilität

Return on Equity: Jahresüberschuss geteilt durch Eigenkapital, oft in %. Misst die Verzinsung des Eigenkapitals. Wichtige Kennzahl für Gesellschafter.

ROCE

Return on Capital Employed

Return on Capital Employed: Betriebsergebnis geteilt durch das eingesetzte Kapital (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital). Misst die Rentabilität des betrieblich gebundenen Kapitals.

Selbstfinanzierungsgrad

Bilanzgewinn geteilt durch Eigenkapital, oft in %. Zeigt, welcher Anteil des Eigenkapitals durch einbehaltenen Gewinn gebildet wird.

Stammkapitalquote

Stammkapital geteilt durch Eigenkapital, oft in %. Zeigt den Anteil des gezeichneten Kapitals am Gesamteigenkapital.

Kapitalumschlag

Umsatz geteilt durch Gesamtkapital (oder Umlaufvermögen geteilt durch Gesamtvermögen als Vermögensumschlag). Misst, wie oft das Kapital im Jahr umgeschlagen wird.

Wachstumsrate Bilanzsumme

(Bilanzsumme aktuelles Jahr minus Vorjahr) geteilt durch Bilanzsumme Vorjahr, oft in %. Misst das Wachstum des Unternehmensvermögens.

Eigenkapitalveränderung

(Eigenkapital aktuell minus Eigenkapital Vorjahr) geteilt durch Eigenkapital Vorjahr, oft in %. Zeigt die Entwicklung der Eigenkapitalbasis.

Dynamischer Verschuldungsgrad

Fremdkapital geteilt durch Cashflow. Misst, in wie vielen Jahren das Fremdkapital aus dem Cashflow zurückgeführt werden könnte.

Deckungsgrad der Forderungen

Forderungen geteilt durch Verbindlichkeiten, oft in %. Zeigt das Verhältnis von Forderungen zu Verbindlichkeiten.

GmbH

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Häufigste Rechtsform in Österreich. Mindeststammkapital € 35.000. Die Haftung der Gesellschafter ist auf die Einlage beschränkt.

AG

Aktiengesellschaft

Aktiengesellschaft. Kapitalgesellschaft mit in Aktien zerlegtem Grundkapital. Mindestgrundkapital € 70.000. Wird von Vorstand geleitet, Aufsichtsrat überwacht.

OG

Offene Gesellschaft

Offene Gesellschaft. Personengesellschaft, bei der alle Gesellschafter unbeschränkt haften und zur Geschäftsführung berechtigt sind.

KG

Kommanditgesellschaft

Kommanditgesellschaft. Personengesellschaft mit mindestens einem Komplementär (unbeschränkt haftend) und einem Kommanditisten (haftet nur mit Einlage).

Einzelunternehmen

Unternehmen, das von einer natürlichen Person ohne Gesellschaftsform betrieben wird. Der Inhaber haftet unbeschränkt mit seinem gesamten Vermögen.

Firmenbuchauszug

Amtlicher Auszug aus dem Firmenbuch mit den aktuellen Eintragungen zu einem Unternehmen. Enthält u.a. Firma, Sitz, Geschäftsführer, Kapital und Änderungshistorie.

EVI

JustizOnline

Elektronische Verlautbarungs- und Informationsplattform des österreichischen Bundesministeriums für Justiz. Offizielle Quelle für Firmenbucheinträge und Verlautbarungen.

Publikitätspflicht

Verpflichtung bestimmter Unternehmen, den Jahresabschluss im Firmenbuch offenzulegen. Betrifft u.a. GmbH, AG und Kapitalgesellschaften ab bestimmten Größenklassen.

PNR

Personennummer

Personennummer im Firmenbuch. Eindeutige Identifikationsnummer für natürliche Personen, die im Firmenbuch als Geschäftsführer, Prokurist o.ä. eingetragen sind.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Nicht körperliche Vermögenswerte: z.B. Konzessionen, Patente, Lizenzen, Firmenwert. Teil des Anlagevermögens.

Sachanlagen

Körperliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens: Grundstücke, Bauten, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Lieferantenverbindlichkeiten

Schulden aus dem Wareneinkauf und bezogenen Leistungen. Typischerweise kurzfristig, Teil der Verbindlichkeiten.

Wertpapiere und Anteile

Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens und Anteile an verbundenen Unternehmen. Teil des Umlaufvermögens oder Anlagevermögens.

Kapitalrücklage

Rücklage aus der Emission von Anteilen über dem Nennwert (Agio) oder aus anderen kapitalerhöhenden Vorgängen. Teil des Eigenkapitals.

Gewinnrücklage

Einbehaltener Gewinn, der nicht ausgeschüttet wurde. Stärkt die Eigenkapitalbasis. Kann gesetzlich, satzungsmäßig oder freiwillig gebildet werden.

Umsatz

Erlöse

Erlöse aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Erscheint in der Gewinn- und Verlustrechnung. Basis für Umsatzrentabilität und Umschlagskennzahlen.

Jahresüberschuss

Jahresfehlbetrag (bei Verlust)

Der Gewinn oder Verlust eines Geschäftsjahres nach Steuern. Erscheint in der GuV und wird in die Bilanz (Eigenkapital/Bilanzgewinn) übernommen.

EBIT

Betriebsergebnis

Earnings Before Interest and Taxes: Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern. Misst die operative Ertragskraft ohne Finanzierungs- und Steuereffekte.

EBITDA

Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization: EBIT zuzüglich Abschreibungen. Nähert sich dem Cashflow aus dem operativen Geschäft.

Cashflow

Zufluss und Abfluss von Zahlungsmitteln. Operativer Cashflow: aus Geschäftstätigkeit; Investitions-Cashflow: aus Anlagegeschäft; Finanzierungs-Cashflow: aus Kapitalmaßnahmen.

Betriebsergebnis

Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern. Entspricht EBIT. Zeigt die Ertragskraft des Kerngeschäfts.

Goldene Bilanzregel

Grundsatz: Langfristiges Vermögen (Anlagevermögen) soll durch langfristiges Kapital (Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital) gedeckt sein. Anlagendeckung I und II prüfen dies.

Investitionsquote

Anlagevermögen geteilt durch Umlaufvermögen. Zeigt das Verhältnis von Anlage- zu Umlaufvermögen. Hohe Werte bei kapitalintensiven Unternehmen.

RAP-Quote

Rechnungsabgrenzungsposten geteilt durch Gesamtvermögen, oft in %. Zeigt den Anteil der Rechnungsabgrenzungsposten an der Bilanzsumme.

Vorjahr

Das dem aktuellen Geschäftsjahr unmittelbar vorhergehende Geschäftsjahr. Wird für Vergleichsanalysen und Wachstumsraten herangezogen.

Bilanzstichtag

Der Tag, auf den die Bilanz aufgestellt wird. In Österreich meist 31. Dezember. Alle Vermögenswerte und Schulden werden zu diesem Stichtag bewertet.

Geschäftsjahr

Der Zeitraum, für den der Jahresabschluss erstellt wird. Kann vom Kalenderjahr abweichen (Rumpfgeschäftsjahr bei Neugründung oder Änderung).

Vertretungsbefugnis

Die Befugnis, die Gesellschaft rechtlich zu vertreten. Im Firmenbuch eingetragen als „allein“, „gemeinsam“ oder „gemeinsam mit Prokurist“. Bestimmt, wer die Firma rechtsverbindlich vertritt.

In Liquidation

Status eines aufgelösten Unternehmens, das sich in der Abwicklungsphase befindet. Ein Liquidator führt die Geschäfte bis zur vollständigen Abwicklung.

UGB

Unternehmensgesetzbuch

Unternehmensgesetzbuch. Das österreichische Gesetz für die Rechnungslegung von Unternehmen. Enthält Vorschriften zu Buchführung, Jahresabschluss und Offenlegung.

HGB

Handelsgesetzbuch

Handelsgesetzbuch. In Österreich durch das UGB weitgehend abgelöst. Enthält u.a. Gliederungsvorschriften für Bilanz und GuV. HGB-Paragraphen (z.B. § 224) werden oft zur Bezeichnung von Bilanzpositionen verwendet.

Abschreibung

Planmäßige oder außerplanmäßige Wertminderung von Vermögensgegenständen über deren Nutzungsdauer. Erscheint in GuV und reduziert den Buchwert in der Bilanz.

Aufsichtsrat

Kontrollorgan bei AG und GmbH (ab bestimmter Größe). Überwacht den Vorstand bzw. die Geschäftsführung. Bestellt und entlässt die Geschäftsführung bei der GmbH.

Gesellschafterversammlung

Versammlung der Gesellschafter einer GmbH oder AG. Beschließt über satzungsändernde Maßnahmen, Gewinnverteilung, Bestellung von Geschäftsführern und Aufsichtsrat.

Firma

Der Name, unter dem ein Unternehmen im Geschäftsverkehr auftritt. Muss im Firmenbuch eingetragen sein. Bei GmbH und AG oft mit Zusatz „GmbH“ bzw. „AG“.

Gesellschafter

Eigentümer einer Gesellschaft. Bei GmbH: Gesellschafter mit Stammeinlagen; bei AG: Aktionäre mit Aktien. Haften je nach Rechtsform beschränkt oder unbeschränkt.

Stammeinlage

Der von einem GmbH-Gesellschafter übernommene Kapitalanteil. Summe aller Stammeinlagen ergibt das Stammkapital. Muss mindestens zur Hälfte eingezahlt sein.

Sitzverlegung

Verlegung des Unternehmenssitzes in einen anderen Gerichtsbezirk. Erfordert Eintragung im Firmenbuch und ggf. Änderung des zuständigen Firmenbuchgerichts.

Auflösung

Beendigung einer Gesellschaft. Führt zur Liquidation, sofern nicht durch Verschmelzung oder Umwandlung fortgeführt. Wird im Firmenbuch eingetragen.

Aufwand

Wertverzehr in einer Periode (z.B. Personalaufwand, Abschreibungen, Zinsen). Erscheint in der GuV und mindert den Gewinn.

Ertrag

Wertzugang in einer Periode (z.B. Umsatzerlöse, Zinserträge). Erscheint in der GuV und erhöht den Gewinn.

Gewinnvortrag

Nicht ausgeschütteter Gewinn aus dem Vorjahr. Wird im Eigenkapital ausgewiesen und kann mit dem aktuellen Jahresüberschuss verrechnet oder ausgeschüttet werden.

Verlustvortrag

Nicht ausgeglichener Verlust aus dem Vorjahr. Mindert das Eigenkapital und kann durch Gewinne der Folgejahre ausgeglichen werden.

Dividende

Gewinnausschüttung an Aktionäre (AG) oder Gesellschafter. Wird aus dem Bilanzgewinn beschlossen und mindert das Eigenkapital.

Abschlussprüfer

Wirtschaftsprüfer, der den Jahresabschluss prüft. Bei kapitalmarktorientierten und großen Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben.

Konzernabschluss

Zusammengefasster Abschluss einer Konzernmutter mit ihren Tochterunternehmen. Zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gesamtkonzerns.

Einzelabschluss

Jahresabschluss eines einzelnen Unternehmens (im Gegensatz zum Konzernabschluss). Enthält Bilanz, GuV und Anhang des Einzelunternehmens.

Buchführung

Buchhaltung

Systematische Erfassung aller Geschäftsvorfälle. Grundlage für den Jahresabschluss. In Österreich für Kaufleute und Kapitalgesellschaften gesetzlich vorgeschrieben.

Landesgericht

Zuständiges Gericht für das Firmenbuch in Österreich. Jedes Landesgericht führt das Firmenbuch für seinen Gerichtsbezirk (z.B. LG Wien, LG Linz).

Verlautbarung

Öffentliche Bekanntmachung von Firmenbucheintragungen. Erscheint in den Verlautbarungsmedien und auf der EVI-Plattform. Dient der Rechtssicherheit.

Firmenbuchblatt

Die Gesamtheit der Eintragungen zu einem Unternehmen im Firmenbuch. Jedes Unternehmen hat ein eigenes Firmenbuchblatt mit fortlaufender Historie.

Fremdkapital

Das von Dritten (Gläubigern) bereitgestellte Kapital: Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Im Gegensatz zum Eigenkapital mit Rückzahlungs- und Zinspflicht verbunden.

Gesamtkapital

Summe aus Eigenkapital und Fremdkapital. Entspricht der Bilanzsumme (Passivseite). Finanziert das Gesamtvermögen.

Umsatzrentabilität

Jahresüberschuss (oder EBIT) geteilt durch Umsatz, oft in %. Zeigt, wie viel Gewinn pro Euro Umsatz erzielt wird. Auch: Umsatzrendite.

ROI

Return on Investment

Return on Investment: Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Oft als Jahresüberschuss geteilt durch Gesamtkapital oder als Kombination aus Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag.

Nettoumlaufvermögen

Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten. Entspricht dem Working Capital. Zeigt das für den laufenden Betrieb verfügbare Kapital.

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